Der Förderverein Gaszentrale Unterwellenborn e.V. - Die Erhaltungsmaßnahmen 1997 bis 2000 -
Die Schliessung der Maxhütte 1992 Die Gesellschaft Arbeit und Umwelt Die Gründung des Fördervereins Erhaltungsmaßnahmen 1997 bis 2000 Die Nutzungskonzeption des Fördervereins Ausstellungen in der Gasmaschinenzentrale Die Sanierung der Gasmaschinenzentrale Ziel und Projekte des Fördervereins Mitglied im Förderverein werden... Zurück zur Startseite
Die Erhaltungsmaßnahmen in den Jahren 1997 - 2000
V.l.n.r.: Damaliger Landrat Pfeiffer, Dr. Dr. Gerd Henniger von der oberen Denkmalbehörde, Unterwellenborns Bürgermeister Horst Sterzik und der Geschäftsführer der Stahlwerk Thürin- gen GmbH Dr. Romain Henrion
ABM - Kräfte vor einer ehemaligen Roheisenpfanne
 In der Satzung des Fördervereins wird als Anliegen des Vereins die allseitige Förderung des Schaudenkmals Gasmaschinenzentrale und insbesondere die Schaffung einheitli- cher Besitzverhältnisse für das Gebäude, Grund und Boden und Inventar festgeschrieben. Gerade die unterschiedlichen Besitzverhältnisse waren 1997 mit der Privatisierung der GAUS und der noch nicht feststehenden Denkmalwürdigkeit gesammelter Objekte zum Problem für die Erhaltung der Sammlungen geworden. Die LEG als Eigentümer des Gebäudes und des Grundes und Bodens verfolgte das Ziel, eine gewerbliche Nutzung der Gasmaschinenzentrale zu erreichen und dafür einen oder mehrere Investoren zu finden. Die GAUS wollte möglichst viele Sammelobjekte verkaufen oder verschrotten, um zusätzliche Erlöse zu erwirtschaften und mit der Aufbewahrung verbundene Kosten zu senken. Für den Förderverein ging es zunächst darum, das Problem Gasmaschinenzentrale in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und Nachweise dafür zu erbringen, dass ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Gebäudes und seiner Sammlungen besteht. Dafür wurden immer wieder die "Tage des offenen Denkmals" genutzt und erste Versuche mit Kulturver- anstaltungen und Ausstellungen in der Gasmaschinenzentrale gestartet. Der Besuch von bis zu 1000 Menschen gerade an den Tagen des offenen Denkmals ermutigte den Vor- stand und die Mitglieder des Vereins immer wieder, weiter zu arbeiten. Rückschläge wie die Verschrottung des erhaltenen Blockwalzgerüstes und einer Reihe von Verdichtern sowie die Beräumung eines Teils der Ausstellung zur Schaffung einer Freifläche in der Halle ab der Stütze 13 in östlicher Richtung führten zu Zerreißproben im Verein und Rücktritten im Vorstand. Für die LEG konnte die Entwicklung und Erhaltung eines Museums jedoch nie Ziel der Arbeit sein. Ebenso konnte ein Wirtschaftsunternehmen wie die GAUS nicht in die Betrei- berrolle für ein Museum gedrängt werden. Es galt also, eigene Strategien zur Erhaltung der Gasmaschinenzentrale zu entwickeln und das Umfeld in der Region zu sensibilisieren.
Der am 10. Juli 1992 im Stahlwerk der Maxhütte gegossene letzte Block wird aufgestellt
Besondere Unterstützung erhielt der Vorstand immer wieder vom Bürgermeister der Gemeinde Unterwellenborn, Horst Sterzik, von Helmut Güntsch vom Stahlwerk Thüringen und von Rolf Weggässer vom Landratsamt. Der inzwischen in der oberen Denkmalbehörde für Industriearchäologie verantwortliche Dr. Dr. Gerd Henniger wirkte förderlich beim Vorstand der LEG. Ein besonderer Erfolg war die Mitgliedschaft des für den Standort Unterwellenborn verantwortlichen Projektleiters der LEG Werner Weber im Verein. In vielen Gesprä- chen mit ihm gelang es, immer wieder Wege zu finden, wie das Schaudenkmal erhalten und weiterentwickelt werden kann. Eine Spende der LEG für den Verein konnte als Anschubfinanzierung eingesetzt werden. Überzeugungsarbeit wurde auch beim Eigentümer der GAUS geleistet. Mit einer beträchtlichen Spende trug er wesentlich dazu bei, dass der Verein die ersten beiden Jahre finanziell überleben konnte. Schließlich gelang es, in einem Vertrag zwischen der GAUS und der LEG einen wesentlichen Teil des Inventars der Gasmaschinenzentrale in das Eigentum der LEG überzuleiten. In einem weiteren Vertrag zwischen dem Förderverein und der LEG wurde Klarheit über das Eigentum an den restlichen Inventargegenständen erreicht und das Wirken des Fördervereins in der Gasmaschinenzentrale auf eine rechtliche Basis gestellt. Ohne eine jährliche Mindestfinanzierung und ohne einen Betreiber jedoch war das Ende aller Bemühungen abzusehen. Die Mittel des Fördervereins aus Beiträgen, Spenden und sonstigen Zuwendungen konnten die laufenden Kosten des Gesam- tobjekts nicht decken. Auch für die LEG wurde es immer schwieriger, die Deckung der laufenden Kosten zu begründen. Immer wieder wurde die Schließung des Objekts erwogen, bis ein Investor gefunden werden konnte. Das hätte der Arbeit des Vereins die Basis entzogen. Eine vom Eigentümer der GAUS vermittelte Kontaktaufnahme mit dem Geschäftsführer der LEG Saarland, Herrn Jäger, brachte nach gegenseitigen Besuchen und Studium der Arbeit am Weltkulturerbe "Alte Völklinger Hütte" Erkenntnisse für die weitere Projektarbeit des Fördervereins und Ansatzpunkte für die Gestaltung der Gasmaschinenzentrale zur Durchführung von Veran- staltungen. In einem Brief des Fördervereins an den Landrat aus dem Jahr 1997 wurden die ersten Zahlen über Besucher und Nutzer der Gasmaschinenzentrale genannt. Danach waren 250 Einzelbesucher und 400 Schüler aus den Schulen der Region registriert, für ehemalige Maxhüttenbeschäftigte wurde der "Treffpunkt Gaszentrale" durchgeführt und Projekttage für Schulen gestaltet.