Der Förderverein Gaszentrale Unterwellenborn e.V. - Die Gesellschaft Arbeit und Umwelt -
Die Schliessung der Maxhütte 1992 Die Gesellschaft Arbeit und Umwelt Die Gründung des Fördervereins Erhaltungsmaßnahmen 1997 bis 2000 Die Nutzungskonzeption des Fördervereins Ausstellungen in der Gasmaschinenzentrale Die Sanierung der Gasmaschinenzentrale Ziel und Projekte des Fördervereins Mitglied im Förderverein werden... Zurück zur Startseite
Die Rolle der Gesellschaft Arbeit und Umwelt Region Saalfeld (GAUS) und die Arbeitsförderprojekte in der Gasmaschinenzentrale
Ende 1991 war durch die Ausgliederung der Zweigbetriebe, Abwanderung vor allem in die alten Bundesländer, Verrentung und Vorruhestand, erste Entlassungen und sonstige Aus- gliederung vor allem aus dem Kultur-, Bildungs- und Sozialbereich der Bestand an Beschäftigten von rund 6000 im Jahr 1989 auf ca. 3500 geschrumpft. 1992 setzten sich diese Prozesse fort. Von der Geschäftsführung der Maxhütte wurde bereits 1991 die von der Treuhandanstalt, dem Freistaat Thüringen und der Bundesanstalt für Arbeit geförderte Möglichkeit, Arbeitsförderprojekte für entlassene und von Entlassung bedrohte Beschäf- tigte zu entwickeln, intensiv genutzt. Als organisatorische und betriebswirtschaftliche Basis für diese Prozesse wurde im Februar 1991 zusammen mit dem Landkreis und weiteren Unternehmen der Region die Gesellschaft Arbeit und Umwelt Region Saalfeld (GAUS) gegründet. Zu den ersten Arbeitsförderprojekten gehörte das Projekt Technikmuseum Maxhütte in der Gasmaschinenzentrale, das allerdings erst zum 1. Novembe 1992 für eine Vollzeit- und eine Teilzeitarbeitskraft mit einer voraussichtlichen Laufzeit bis Ende 1993 genehmigt wurde. Als mit der Stilllegung der Maxhütte zu rechnen war, gab es außerhalb der Max- hütte Vorstellungen, den gesamten Prozess der Roheisen- und Stahlerzeugung als Industriedenkmal und Museum zu erhalten. Das hätte die Neuansiedlung von Unter- nehmen und die Erhaltung des Stahlstandortes gefährdet. Die Geschäftsführung der Maxhütte beauftragte deshalb den Industriearchäologen Dr. Dr. Gerhard Henniger mit der Entwicklung eines Konzepts zur Gewährleistung des Denk- malschutzes bei gleichzeitiger Minimierung des dafür erforderlichen Flächenbedarfs. Ergebnis der Arbeiten von Gerhard Henniger war eine Lösung mit Nutzung bzw. Teil- nutzung der Gasmaschinenzentrale für die Unterbringung von denkmalschutzwürdigen Objekten im Zusammenhang mit dem bereits in der DDR unter Denkmalschutz gestellten Gasdynamo. Eine Liste dieser Objekte wurde im Rahmen der ABM Technikmuseum erarbeitet. Während der 1992 beginnenden Abrissmaßnahmen konnte daher bereits gezielt gesammelt werden.
Bestimmte Abrisse mussten schonend ausgeführt werden, um schutzwürdige Objekte, wie die alte Pfannensinteranlage, zu erhalten. Dafür wurden von der Oberen Denkmalbehörde auf Antrag der Maxhütte zusätzliche Mittel in Höhe von 40.000 DM ausgereicht, um die höheren Abrisskosten bei der gezielten Demontage auszugleichen. Die zunächst noch unter der Regie der Maxhütte angelaufenen Arbeitsförderprojekte fanden ihren Höhepunkt in der Groß-ABM "Abrisse und Demontagen" für 396 Arbeitnehmer, die am 2. März 1992 mit zunächst 90 Beschäftigten begann. Das Projekt stellte eine bundesweite Neuentwicklung von ABM dar, da im Förderzeitraum den Teilnehmern während 50% derArbeitszeit eine Vielzahl von Fortbildungs- und Umschulungs- maßnahmen angeboten wurden, die auch genutzt werden mussten. Das stellte hohe Anforderungen an die Organisation, da mit 6 Bildungsträgern der Region Arbeits- und Bildungszeiten abzustimmen waren. Bestandteil dieses Projekts waren Maß- nahmen zum Denkmalschutz in der Gasmaschinenzentrale. Im September 1993 konnte fast die gesamte Restbelegschaft der Maxhütte in die GAUS übergeleitet werden. Beim Liquidator verblieben nur noch die für die wirtschaftliche Abwicklung erforderlichen rund 60 Beschäftigten, die in den folgenden Jahren kontinuierlich reduziert wurden. Die GAUS war mit rund 800 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Region geworden. Auch die in der Gasmaschinenzentrale in ABM Beschäftigten waren damit Mitarbeiter der GAUS. Ihre Aufgabe war es, die Erhaltung der Denkmalobjekte zu gewährleisten, gezielt weitere Objekte aus den Abriss- und Demontagemaßnahmen zu sichern und Ausstellungskonzepte zu entwickeln. Der Fundus der im Kulturpalast präsentierten Ausstellung zur Geschichte der Maxhütte war nach Schliessung des Kulturpalas- tes zu übernehmen, zu inventarisieren und neu zu ordnen. Aus dem Zeichnungsarchiv der Maxhütte wurden die technischen Zeichnungen der sichergestellten Objekte ausgesondert und in einem Archiv gesammelt. Die umfangreiche Fotosammlung des Fotozirkels und des Maxhüttenfotografen, die Hinterlassenschaften des Filmzirkels sowie weiterer Arbeitsgemeinschaften des Kulturpalastes wurden gesichtet und geordnet. Damit entstand eine Sammlung historischer Dokumente, die für die Arbeit des neu gebildeten Geschichtsvereins, der sich die Aufgabe gestellt hatte, die Geschichte der Maxhütte Unterwellenborn zu doku- mentieren, unverzichtbar war. Besondere Verdienste erwarben sich bei diesen Arbeiten die im ABM-Frauenprojekt tätigen Mitarbeiter Frau Ströhl und Frau Bialetzki sowie Herr Krauße. Besondere Schwierigkeiten für die Sicherung der Sammlungen in der Gasmaschinenzentrale, die sich zum Schaudenkmal entwickelt hatten, ergaben sich zunehmend durch die verflochtene, nicht einheitliche und auch nicht vollständig geklärte Rechtssituation. Gebäude und Grund und Boden der Gasmaschinenzentrale sind durch den Kaufvertrag zwischen Liquidator und LEG in das Eigentum der LEG übergegangen. Für die eingelagerten Objekte war das Eigentumsverhältnis unklar. In einem Vertrag zwischen der GAUS und dem Liquidator wurden eine Reihe von Objekten und Sammlungen von der GAUS übernommen. Insbesondere erwarb sie das Nutzungsrecht für das historische Archiv, das nicht dem Staatsarchiv übergeben wurde. Mit dem Verkauf der Anteile des Landkreises und der Kommunen an einen privaten Investor wurde die GAUS 1996 zu einem privaten Unternehmen mit den Geschäftsfeldern Containerdienst, Stahlbau, Abrisse und Demontagen. Das Weiterbetreiben der denkmalpflegerischen Arbeiten in der Gasmaschinenzentrale war damit erneut gefährdet, da seitens des Eigentümers der GAUS ausschließlich Interessen an einer profitablen Verwertung der in der Gasmaschinenzentrale gesammelten Objekte bestand.
Die Fotos zeigen Abrisse auf dem Gelände der Maxhütte und des Stahlwerkes Thüringen in der Zeit von 1992 - 1995