Der Förderverein Gaszentrale Unterwellenborn e.V. - Die Schliessung der Maxhütte 1992 -
Die Schliessung der Maxhütte 1992 Die Gesellschaft Arbeit und Umwelt Die Gründung des Fördervereins Erhaltungsmaßnahmen 1997 bis 2000 Die Nutzungskonzeption des Fördervereins Ausstellungen in der Gasmaschinenzentrale Die Sanierung der Gasmaschinenzentrale Ziel und Projekte des Fördervereins Mitglied im Förderverein werden... Zurück zur Startseite
Am 18. Mai 1990 wurde der VEB Maxhütte Unterwellenborn in die Kapitalgesellschaft Maxhütte Unterwellenborn GmbH umgewandelt. Gleichzeitig vollzog sich die Herauslö- sung der Maxhütte aus dem Qualitäts und Edelstahlkombinat Brandenburg. Die verän- derte Marktsituation sowie die Umstellung der Währung zeigten die wirtschaftlichen Schwächen des Unternehmens deutlich auf. Ohne die umfassende Erneuerung der metallurgischen Vorstufen, die Trennung von unwirtschaftlichen Geschäftsfeldern und eine drastische Reduzierung des Personalbe- standes war eine Weiterführung des Unternehmens ausgeschlossen. Die Treuhandanstalt hatte die Investitionsmittel abgelehnt, die zur Verwirklichung eines Sanierungskonzepts der Geschäftsführung der Maxhütte notwendig gewesen wären. Von der Geschäftsführung waren bereits eine Reihe von Initiativen zur Gewinnung privater Investoren, unter anderen ARBED Luxemburg, eingeleitet worden. Erste Unternehmens-bereiche wurden stillgelegt, ausgegliedert bzw. privatisiert. Anfang 1992 beschloss der Verwaltungsrat der Treuhandanstalt den Verkauf der Kombinerten Formstahlstraße (KFS) einschließlich einer Gesamtfläche von ca. 630.000 qm an die ARBED-Gruppe. Im Kaufvertrag verpflichtete sich ARBED, in Unterwellenborn bis 1995 ein neues Elektro-stahlwerk mit Stranggießanlage zu errichten. Damit war die Erhaltung des Stahlstandortes Unterwellenborn gesichert. Nach dem am 01.07.1992 erfolgten Übergang der KFS mit 620 Beschäftigten an die Stahlwerk Thüringen GmbH als Tochter der ARBED-Gruppe wurden am 10.07.1992 die metallurgischen Vorstufen der Maxhütte (Hochöfen, Blasstahlwerk, Blockstraße) stillgelegt. Das war auch das endgültige Aus für den Betrieb der Gasmaschinenzentrale. Die Bedingungen des Kaufvertrags mit ARBED, aber auch die Sicherung der wirtschaft- lichen Tätigkeit privater Unternehmen, noch zu privatisierender Geschäftsfelder und neu anzusiedelnder Unternehmen innerhalb und außerhalb der Maxhütte Unterwellenborn GmbH sowie die Sicherung der Wärmeversorgung des Stadtteils Saalfeld-Gorndorf erforderten die zeitlich begrenzte Weiterführung der Maxhütte Unterwellenborn GmbH in Liquidation (i.L.) und auch der Gasmaschinenzentrale. Es wurde ein Konzept zur Umwandlung des Alt-Industriestandortes Maxhütte in ein Industrie-und Gewerbegebiet Unterwellenborn entwickelt.
Der von der Treuhandanstalt als Liquidator eingesetzte Heidelberger Rechtsanwalt Gordon Rapp trat Ende 1992 sein Amt an. Die bisherige Geschäftsführung wurde abgelöst. Ziel des Liquidators war es, mit möglichst geringem Aufwand die Restge- schäfte der Maxhütte abzuwickeln. Dazu gehörten folgende Arbeitsgebiete: - Schaffung der Baufreiheit für den Bau des neuen Elektrostahlwerks durch Abriss und Demontage, - Durchführung der Medienversorgung für den Standort Unterwellenborn bis zur Neuerschließung des gesamten Standortes      einschließlich der Beheizung angeschlossener Wohngebiete und Unternehmen, - Abriss und Demontage der Gebäude und Anlagen, - Verkauf und Verschrottung der stillgelegten Anlagen und der Lagerbestände, - Verkauf der Restflächen der Maxhütte Unterwellenborn GmbH, - Schaffung von Lösungen für die Beschäftigten, - finanzielle und juristische Abwicklung des Unternehmens. Auch für die Gasmaschinenzentrale wurde ein Abrissprojekt bei Erhaltung des bereits unter Denkmalschutz gestellten Gasdy- namos erarbeitet. Es zeigte sich bald, dass der Liquidator bestrebt war, nicht nur abzuwickeln, sondern auch mit großem Engagement ein Maximum an Beschäftigung zu erhalten. Das verschaffte ihm die Unterstützung der noch vorhandenen Mitarbeiter der Restgesellschaft Maxhütte Unterwellenborn GmbH i.L. Das Projekt zur Umwandlung des Altindustriestandortes Maxhütte in ein Industrie- und Gewerbegebiet mit Erhaltung des industriellen metallurgischen Kerns wurde unter Regie des Liquidators nahtlos fortgesetzt. Die Gasmaschinenzentrale erlangte in diesem Prozess eine eigene Bedeutung. In Verhandlungen mit der in Thüringen entstandenen Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), deren Aufgabe es unter anderem war, Altindustriestandorte zu vermarkten und für eine neue gewerbliche Nutzung aufzubereiten, gelang es dem Liquidator, die noch nicht vermarkteten Restflächen der Maxhütte einschließlich aller Gebäude und Anlagen an die LEG zu veräußern. Das war ein entscheidender Schritt zur Sicherung des Industrie- und Gewerbestandortes Unterwellenborn. Die Gasmaschinenzentrale ging damit in das Eigentum der LEG über, die auch die Trägerschaft für alle laufenden Arbeits- förderprojekte im Jahr 1994 übernahm.
Voller Produktionsbetrieb in der Maxhütte noch bis zum 9. Juli 1992
Das Aus für den letzten Hochofen der Maxhütte kam am 10. Juli 1992
Die Übergabe der KFS an die ARBED in der Nachtschicht am 30. Juni 1992