Das Schaudenkmal und seine Geschichte - Der Bau der Gasmaschinenzentrale -
Der Bau der Gasmaschinenzentrale Der Betrieb der Gasmaschinenzentrale Die Gasmaschinenzentrale nach dem 2. Weltkrieg Historische Daten zur Gasmaschinenzentrale Zurück zur Startseite
Im Jahr 1921 beschloss der Aufsichtsrat den Ausbau der Maximilianshütte Unterwellenborn zu einem gemischten Betrieb. Der Bau des Industriekraftwerkes Gasmaschinenzentrale entsprechend den Gegebenheiten im Umfeld der Maxhütte und für den zu erwartenden Umfang der Produktion wird wichtiger Bestandteil der Ausbaumaßnahmen. Mit dem Bau der Gasmaschinenzentrale sollte das als Abprodukt anfallende Hochofen Gichtgas kostengünstig zur Energiegewinnung genutzt werden. Am 02. November 1921 wurden die 3 MAN-Maschinen für die Hochofen-Windversorgung und am 28. November die 4 Thyssen-Maschinen für die Stahlwerk-Windversorgung bzw. Elektroenergieerzeugung bestellt. Der Gasmaschinen- bau stand zu dieser Zeit in Deutschland in voller Blüte. Sowohl in der Chemieindustrie als auch in Hüttenwerken wurden die von Hans Richter entwickelten Großgasmaschinen als Antrieb für Kolbenverdichter und Generatoren eingesetzt. Ihre Entwicklung und Bau sind Ausdruck hoher ingenieurtechnischer und handwerklicher Leistung. Als Baubeginn für die Maschinenhalle ist in den Unterlagen Januar 1922 angegeben. Gleich zu Beginn der Bauarbeiten ist ein Anschlussgleis an das Werkbahnnetz gelegt worden. Ein Jahr später stand der Rohbau und im Oktober 1923, in der Zeit der höchsten Inflation in Deutschland, ist das Dach mit Rahmenbetonteilen gedeckt worden. Die Maschinenhalle wurde in freitragender Skelettbauweise von Handwerksbetrieben der Region errichtet. Damals war sie 95 Meter lang und 33 Meter breit. 1948 - 1950 wurde sie auf der Westseite auf 121 Meter verlängert. Um das hohe Eigengewicht der Maschinen (Dynamo III z.B. 315 t) und die hohen Belastungen durch die Expansions- kräfte aufnehmen zu können, mussten die Fundamente weit in das Erdreich gegründet werden. In Bedienungshöhe der Maschinen wurde zwischen den Fundamenten die Maschinenhausdecke errichtet. Die Montage erfolgte mit dem 40 t Kran der Firma MAN. Wegen Absatzschwierigkeiten der metallurgischen Erzeugnisse fehlte das Geld für die Weiterführung der Investitionen. Nach fast 2 jähriger Unterbrechung konnten die Arbeiten am Bau der Gasmaschinenzentrale erst 1926 weitergeführt werden. Ab diesem Jahr wurden die Gasreinigung und das Schalthaus errichtet. Im Jahr 1928 waren alle 7 Großgas- maschinen aufgestellt. Die Restarbeiten zogen sich aber noch bis in das Jahr 1929 hin.
Die Maxhütte um 1900 ...
... und 20 Jahre später
Die wichtigsten technischen Daten der sieben Großgasmaschinen (entsprechend ihrer Aufstellung von Ost nach West)