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Zum Jahr
1983

Das Jahr 1982

Ein Hinweis : Wenn Ihr auf die kleinen Fotos klickt, bekommt Ihr sie in einem extra Fenster groß angezeigt...

Erste Aufgabe im Jahr 1982 war die Kreiswerkstatt in Gorndorf. Vom neuen Programm konnten bereits
die ersten Titel vorgestellt werden. So der "Unpolitische 30er" und das "Friedenslied", aber auch die
nicht ernst gemeinte Aufforderung, die "Aktuelle Kamera" zu schauen (mit der Europa-Hymne und der
daran anschließenden Bizet-Musik aus "Carmen") und Jürgen Hart's Peter-Maffay-Adaption "So bin ich".
Weil Rolf Wegässer Direktor des Kreiskabinetts für Kulturarbeit war, hatte er dafür gesorgt, daß von der
Werkstatt Tonbandaufnahmen gemacht wurden. Einige Titel können deshalb auch hier auf der Hör-
proben-Seite angehört werden... Obwohl in Gordorf nur ein "Arbeitsbericht" abgegeben wurde, war
bereits die Grundstruktur des neuen Programms, das "Überlegungen" heißen sollte zu erkennen und der
Klub wurde zur Bezirkswerkstatt delegiert.

Die Fotos : Dokumente zur Kreis- und
Bezirkswerkstatt

Im Mai ging es dann nach Gera zur Bezirkswerkstatt, wo in diesem Jahr auch die Zentrale Werkstattwoche stattfinden sollte. Der Maxhüttenklub war mit
seinem Programm am 2. Tag dran und zusammen mit dem Sekretär für Kultur der FDJ-BL, Rainer Uhlmann, und dem 1. Sekretär der FDJ-BL, Helmut
Kluh,der selbst aus der Maxhütte kam und für den Klub jederzeit ein offenes Ohr hatte, saß man am Vorabend noch bis Mitternacht zusammen um das
Programm absolut "rund" zu machen. Besondere Ehre : Der Club nächtigte nicht wie sonst üblich in einem Massenquartier, sondern im Geraer Inter-
hotel. Am nächsten Tag ging "Überlegungen" erwartungsgemäß gut über die Bühne und erhielt die Delegierung zur Werkstattwoche.

Vom 18. bis 24. Juli fand dann die Werkstattwoche in Gera statt und der Klub hatte die Ehre, gleich im
Eröffnungsprogramm mit aufzutreten. Gefordert wurde natürlich das "Bierlied", aber auch weitere Lieder
konnte der Klub einbringen. Darunter auch "Die Mikroelektronik und ihre Folgen", das besonders des-
halb auffiel, weil ein völlig Singeklub-untypisches Intrument dabei Verwendung fand: Thorsten Grie-
wald
, Sohn des Musiklehrers an der Unterwellenborner POS, spielte eine Begleitmelodie auf einem
Fagott, was sowohl den Klub selbst als auch das Publikum ungemein erheiterte. Man war also schon
gespannt auf das Diskussions- Programm, das der Klub am dritten Tag der Werkstattwoche vorstellen
würde. Auftrittsort war der "Klub der Jugend und Sportler" und Migo erinnerte in seiner ersten Ansage
daran, daß das Singeklub-Treffen Werkstatt-Woche hieß und man das wörtlich nehme. Die Maxhütte
habe nicht die Absicht, ein fertiges Programm zur Schau zu stellen, sondern Lieder vorzustellen , über
die man diskutieren wolle.

Die Fotos : Einschätzung der WeWo-
Zeitung "Singe", Liedtext "Friedenslied" und
das "Seltsame Interview" des Klubs für die
Tageszeitung "Junge Welt"

Sowohl diese Einstellung als auch die Tatsache, daß der Klub seine Tätigkeit in erster Linie den Maxhüttenkumpeln widmete, wurde in der Werkstatt-
wochenzeitung auch entsprechend gewürdigt. Die Beratergruppe bescheinigte dem Klub, daß er inhaltlich auf der Höhe der Zeit sei, eierte jedoch
ansonsten in der Bewertung ziemlich herum. Rolf platzte schließlich der Kragen und monierte, daß in der Diskussion überhaupt nichts zu musikalischen
Dingen gesagt worden war, die es durchaus wert gewesen wären zu diskutieren. Ursache war, daß in der Beratergruppe niemand dabei war, der
genügend Musik-Kompetenz hatte. Man entschuldigte sich dafür und lobte stattdessen einige gelungene Textpassagen. Die Werkstattwoche hatte dem
Klub somit zwar Anerkennung für seine Arbeit bescheinigt, mehr war aber auch kaum zu erwarten gewesen.

Ein zweites Mal machte der Klub während der Werkstattwoche von sich reden, als er einer Journalistin der Tageszeitung "Junge Welt" eine Art Interview
gab. Eigentlich war es mehr eine lockere Diskussion zu allgemeinen Fragen von Kunst und Kultur im Alltag. Der Klub erzählte von seiner Arbeit in Un-
terwellenborn - und zwei Tage darauf war in der "Jungen Welt" der Beweis erbracht, daß es mit dem Journalismus in der DDR eine ganz eigene Bewand-
nis hatte. Da wurden Aussagen geschrieben, die überhaupt niemand gemacht hatte, wurde zu Themen Stellung genommen, die nicht diskutiert worden
waren und auch die Zuordnung der Aussagen war völlig anders, als sie tatsächlich gemacht wurden. Hauptsache, man hatte das, was man als Journalist
selbst loswerden wollte und was der Linie entsprach mit Hilfe von ein paar unbedarft daherredenden Leuten zu Papier und Veröffentlichung gebracht.
Das war eben der Journalismus Joachim-Hermannscher-Prägung im real existierenden Traumland DDR...

In Unterwellenborn wurde weiter diskutiert - über ein weiterentwickeltes "Überlegungen" - Programm. Man
ließ sich viel Zeit dazu und sprach mit vielen Leuten. Unter anderem auch, wie nebenstehende Fotos
erinnern lassen, mit einem Stahlwerker namens Manfred Holzhey, dessen Arbeit ebenso Gesprächsge-
genstand war, wie seine soziale Entwicklung aus einer Arbeiter-Großfamilie heraus. Wenn auch aus sol-
chen Diskussionen nicht sofort Liedertexte entstanden, floß doch das eine oder andere Gehörte in
spätere Texte ein. 1982 war, wir erinnern uns, hohe Zeit der Pershing-Debatte um die nukleare Bedro-
hung des Ostens durch die Nato. Allenthalben fanden Großkundgebungen statt, zu denen auch Singe-
klubs auftraten. Natürlich auch der Maxhüttenklub, wie die Bilder zeigen. Für sein rühriges Wirken
während des gesamten Jahres wurde der Klub schließlich anläßlich Ende Oktober durch den Rat des
Bezirkes mit der Auszeichnung "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" geehrt.

Die Fotos : Fotos von einer Diskussion mit
Manfred Holzhey, Urkunde / Auftritt auf
dem Saalfelder Markt zur einer Großkund-
gebung

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