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1978

Die Jahre 1976 und 1977

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1976 Nach dem Erfolg des Vorjahres stand fest, daß ein neues, noch besseres Programm entstehen
sollte. Migo hatte eine Reihe von Liedern geschrieben, die vom "Hauskomponisten" Uwe Gutzeit vertont
wurden. Neue Gesichter gab es auch im Klub: Udo Klinger hatte seine Freundin (und spätere Frau) Gabi
Schöps
mitgebracht, Steffi Schau, Ramona Gipser, Jochen Zange und Heike Pletong verstärkten
ebenfalls die Gruppe. Ziel war, das neue Programm zu den Bezirkswerkstattagen im Mai in Rudolstadt
fertig zu haben. Claus Helmke kam immer noch regelmäßig nach Unterwellenborn und probte mit den
Musikern und dem Klub. Bereits Anfang März war klar, daß Uwe Gutzeit Ende April nicht mehr da sein
würde. Grund: die leidig-lästige Einberufung zur Armee. Er hatte allerdings einen neuen Musiker mit-
gebracht - Udo Knabner würde für ihn künftig die Gitarre zupfen und schlagen.

Die Fotos : Auftritt in der FDJ-BL Gera zum
FDJ-Geburtstag / diverse Urkunden

Da er auch etwas Mandoline konnte, bekam er von Claus Helmke einen Melodiepart aus "La Traviata"draufgedrückt - passend zum "Bierlied", dessen
Musik Migo von einem Westschlager (Ich hab Dein Knie gesehn..) entlehnt hatte und dessen Komponist sich wiederum ebenfalls bei Verdi bedient hatte.
Das Programm war rechtzeitig fertig - wieder alles eigene Lieder - und wurde in Rudolstadt aufgeführt. "Ein Hauch von Hütte" hieß es in Anlehnung an
das erste Lied "Frühling in Unterwellenborn" und es erfüllte auch alle Erwartungen, obwohl eine starke Bindung zum vorangegangenen Programm noch
zu erkennen war. Vielleicht zehn Prozent mehr inhaltliche Arbeit hätten zu einem noch besseren Ergebnis geführt, aber auch so war es ein starkes Pro-
gramm. Aber der Maxhüttenklub war nicht der Einzige, der mit einem guten Programm angereist war. Auch der Klub des Jugendklubhauses Rudolstadt
bot ein thematisches Programm. "Geschichten um Lissy" hieß es und erzählte vom Alltag einer Arbeiterin aus dem CFK Schwarza.
Die Kultursekretärin der FDJ-BL, Christa Exner, hatte den Rudolstädter Klub für die Teilnahme an der 9. Werkstattwoche in Cottbus favorisiert - aber bei
den Rudolstädtern gab es klubinterne Probleme, die die Teilnahme nicht möglich machte. Ein Teil des Klubs war nämlich daran, sich vom Rest zu tren-
nen. Somit stand die Maxhütte wieder als WW-Teilnehmer zur Diskussion. Aber auch da gab es Probleme. Nicht solche, die in der Truppe begründet
waren, sondern objektive, die Freistellungen einiger Mitglieder von ihrer Arbeit unmöglich machten. In Cottbus waren deshalb von beiden Klubs nur Beobachter dabei...
Vom 1.-5. Juni nahm der Klub dann im Rahmen der kulturellen Betreuung am X.Parlament der FDJ in Berlin teil und hatte dabei auch einen Fernseh-
auftritt im alten Friedrichstadtpalast, wo er das "Bierlied" sang. Nach der Sommerpause kamen neue Mitglieder in den Klub : Reinhard Hofmann, der
vom SK des Jugendklubhauses Rudolstadt zu uns wechselte und der "geistige Vater" des Lissy-Programms war. Für den Klub auf alle Fälle ein Gewinn,
da jetzt ein zweiter Texter da war, der außerdem singen und Gitarre spielen konnte. Er brachte zudem Ingrid Sperl mit, eine Sängerin. Aus dem
Rechenzentrum der Maxhütte kam Gudrun Siegel, die in der SU Mathematik studiert hatte und im Singeklub in Odessa schon Erfahrungen gsammelt
hatte. Mit Reinhards und Gudruns Eintritt in den Klub wurden die inhaltlichen Diskussionen intensiver als zuvor geführt. Das war gut, denn 1977 sollte
wieder ein neues Programm entstehen und zur Werkstattwoche wollte der Klub auch wieder präsent sein

1977 Am 1. Februar wechselte Migo aus der Dampfversorgung in das Kulturhaus und wurde Leiter des
Jugendzentrums. Für den Klub ein absoluter Vorteil, denn nun waren Organisationsfragen mit dem Kulturhaus kein Problem mehr. Gleichzeitig war er Mitglied der Grundorganisationsleitung der FDJ. Vom 7. bis 15. März absolvierte der Singeklub dann im Auftrag der Kulturabteilung des Generalauftragneh-
mers "Drushba-Trasse" eine einwöchige Tournee an die Trasse. Bar, Gaisin, Talnoje, Schpola, Tscher-
kassy und Krementschuk (alles in der Ukraine) waren die Stationen des ersten richtigen "Auslandsein-
satzes". Udo Knabner, Udo Klinger, Migo und Thomas Fleischer hatten sich neben ihrer Singeklub-
Tätigkeit auch immer wieder ein wenig an Tanzmusik versucht und gaben nach den Auftritten an der
Trasse zum großen Spass und Vergnügen der Bauarbeiter auch ein paar Tanzeinlagen zum Besten.
Wieder zurückgekehrt ging es an die Vorbereitung des neuen Programms.

Die Fotos : Auftritt zur Delegiertenkonfe-
renz der FDJ Maxhütte / Trassen-
fahrt / Artikel aus "Neues Leben" 5/77

Das neue Programm trug deutlich die Handschrift von Reinhard Hofmann. Vielleicht lag es daran, daß sich der Klub zu sehr auf die Verarbeitung von
Inhalten konzentrierte und das interne Klubleben vernachlässigte, daß zur Werkstattwoche in Merseburg keine homogene Truppe auftrat. Einerseits
agierten Musiker, die sich bemühten, andereseits standen Sänger auf der Bühne, die zu den Musikern ein deutlich distanziertes Verhältnis hatten. So
sahen es zumindest das Publikum und die zentrale Beratergrupe beim Zentralrat der FDJ. Dieser gehörte seit Merseburg auch Migo an, der zudem seit
Mai auch Leiter der Bezirksberatergruppe war. Das Programm wurde im Resümee der Werkstattwoche lobend erwähnt, vor allem der Teil, der sich mit
der Sowjetunion befasste. Besondere Anerkennung fand Reinhard Hofmanns "Trassenlied" - ein Ergebnis der Fahrt im März.
In Auswertung der Werkstattwoche und zur Ankurbelung des Klublebens einerseits und zur größeren Öffentlichkeitswirksamkeit des Klubs andererseits
wurde im September 1977 dann im Kulturhaus die erste öffentliche "SINGE" organisiert. Zusammen mit Helfern des Jugendklubs gab es im Jugend-
zimmer eine Mischung aus Singeveranstaltung, zu der auch Gäste anderer Klubs eingeladen wurden, Disko und intelligenter "Unterhaltung". Die erste
"SINGE" war zwar noch klein und die Gäste waren fast alle eingeladen, aber schon bald sprach sie sich herum und wurde zu einer Institution. Spätestens
nachdem die Gruppe "MTS" im Frühjahr 1978 aufgetreten war, hatte die "SINGE" immer ein volles Haus. Nicht unerwähnt sollen auch Mitglieder sein, die
1977 in den Klub kamen: Rüdiger Hopfe, Helmut Müller-Steinfahrt, Olaf Kämmer und Thomas Menzel.

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