SINGEKLUB MAXHÜTTE UNTERWELLENBORN
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Das Jahr 1983
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Jubiläen sind dazu da, feierlich begangen zu werden. Der 15. Geburtstag des Singeklubs Maxhütte war es auf alle Fälle wert, eine ordentliche Fete mit ehemaligen Klubmitgliedern und eine öffentliche Singe- veranstaltung zu organisieren. Migo hatte in seinem Kulturhaus die besten Möglichkeiten ebenso wie genügend Zeit. Also kümmerte er sich, schrieb Einladungen und telefonierte, und am 18. Februar trafen sich Abends ehemalige und aktuelle Mitglieder im Kleinen Saal des Kulturhauses, um zu feten. Am nächsten Vormittag gab es dann einen Empfang, den die FDJ-Leitung der Maxhütte zu Ehren des Klubs gab. Am Nachmittag folgte dann die Singeveranstaltung im Theatersaal, der zu etwa einem Drittel gefüllt war, und bei dem auch der Nachwuchs, sprich : die Kinder von Bernd, Specki, Migo und Rolf auftraten und sangen. Der Jugendfotozirklel des Kulturhauses machte von beiden Tagen viele, zumeist leider unscharfe, Fotos, die ihr hier, in zwei Filmchen zusammengefasst, sehen könnt… Im März hatte man schliesslich irgendwie erkannt, dass die Arbeit des Singeklubs nicht nur so „irgendwie was Künstlerisches in der Freizeit“ war, sondern tatsächlich etwas mit Aufwand, Nachdenken und Arbeit zu tun hatte. Der Klub bekam „Die Pappe“ - eine offizielle Einstufung als künstlerische Auftrittsgruppe, was bedeutete, dass er für seine Auftritte auch mal ein Honorar einfordern konnte. 35,- Mark pro Mann und Auftritt waren bei 10 Mitgliedern immerhin 350 Mark. Der Klub hat diese Pappe allerdings nie gebraucht, denn er trat kaum noch auf, sondern bereitete sich auf die Arbeiterfestspiele im kommenden Jahr vor….
Jubilare feiern sich selbst. Danach relative Ruhe…
KINO gucken… KINO gucken…
Die Fete am Vorabend
Empfang im Jugend- zimmer und Programm
Zur Bezirkswerkstatt in Jena zeigte der Klub kein neues, sondern Ausschnitte aus dem Geburtstags- programm mit vielen älteren und ein paar aktuellen Liedern. Im Juni dann wurde dem Klub die Ehre zuteil, in der Fernsehsendung "rund" in Berlin aufzutreten. Man wollte das Bierlied - und bekam schließ- lich die "Sanfte Revolution". Der Klub hatte es satt, immer nur auf das Bierlied, so schön es auch sein mochte, reduziert zu werden. Gesendet wurde diese „Rund“-Sendung direkt und live aus Adlershof. Der Klub nächtigte dazu für eine Nacht im Berliner Hotel „International“. In der Sendung traten auch der BRD-Schlagersänger Bernie Paul auf, den man aus politischen Gründen allerdings nach Belgien verheimatete. Gleichfalls dabei waren die Gruppen KARAT und die PUHDYS. Letztere waren wohl zu faul, eigene Instrumente für ihr Playback mitzubringen - also borgten sie sich diese vom Singeklub der Maxhütte…
Ab September wurde dann volle Fahrt in Richtung Arbeiterfestspiele 1984 aufgenommen. Seitens der Kreisleitung der SED und aller Leitungen im Betrieb wurde die Vorbereitung der Ensembles, Singeklubs und sonstiger Volkskunstkollektive natürlich „generalstabsmäßig“ organisiert und vorbreitet. Dazu gehörte auch, daß man vom Singeklub eine Konzeption zur Vorbereitung auf die Arbeiterfestspiele einforderte inklusive eines Finanzplanes. Migo setzte sich im Kulturhaus an seinen Schreibtisch, verfasste die Konzeption - und sie wurde ohne Änderungen auch so angenommen. Auch die SED - Kreisleitung unterstützte den Klub auf ganz besondere Weise: Nämlich mit einem Paten in Gestalt ihrers Wirtschaftssekretärs. Er sollte uns politisch-inhaltlich beraten, mit anderen Worten also : überwachen. Das tat er dann auch mit weitreichenden Folgen für den Klub. Aber das bekamen dieser erst später zu spüren. Zunächst einmal liess man den Klub in Ruhe arbeiten. Rolf Wegässer, der nach einer kurzen Pause wieder mit zum Klub gehörte, spielte Saxophon und vermittelte dem Klub den Kauf einer neuen hochwertigen E-Gitarre aus der Werkstatt eines regional ansässigen Gitarrenbauers. Dazu schaffte der Klub 4 neue Mikrofone (die begehrten silbernen DDR-Shure-Mikros) an und Migo baute ein 16-Kanal-Mischpult in seiner elektronischen Heimwerkstatt. Im Dezember bekam er überdies noch eine persönliche Auszeichnung für seine kulturelle Arbeit in Form einer Medaille überreicht.