SINGEKLUB MAXHÜTTE UNTERWELLENBORN
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Die Jahre 1976 - 1977
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Nach dem Erfolg des Vorjahres stand fest, daß ein neues, noch besseres Programm entstehen sollte. Migo hatte eine Reihe von Liedern geschrieben, die vom "Hauskomponisten" Uwe Gutzeit vertont worden waren. Neue Gesichter gab es auch im Klub: Udo Klinger hatte seine Freundin (und spätere Frau) Gabi Schöps mitgebracht, Steffi Schau, Ramona Gipser, Jochen Zange und Heike Pletong verstärkten ebenfalls die Gruppe. Ziel war, das neue Programm zu den Bezirkswerkstattagen im Mai in Rudolstadt fertig zu haben. Claus Helmke kam immer noch regelmäßig nach Unterwellenborn und probte mit den Musikern und dem Klub. Bereits Anfang März war klar, daß Uwe Gutzeit Ende April nicht mehr da sein würde würde. Grund: die leidig-lästige Einberufung zur Armee. Er hatte allerdings einen neuen Musiker mitgebracht - Udo Knabner sollte für ihn künftig die Gitarre zupfen und schlagen. Da er auch etwas Mandoline konnte, bekam er von Claus Helmke einen Melodiepart aus "La Traviata"draufgedrückt - passend zum "Bierlied", dessen Musik Migo von einem Westschlager (Ich hab Dein Knie gesehn..) entlehnt und dessen Komponist sich wiederum Verdi bedient hatte. Und noch zwei Neuzugänge gab es : Rüdiger Hopfe, mit dem endlich wieder ein Pianist in den Klub kam, und Andreas Werner aus Könitz, der an der Technik saß. Am 5. März ging es nach Gera in die FDJ-Bezirksleitung, wo der Klub in einer Feier- stunde zum FDJ-Geburtstag die „Arthur-Becker-Medaille“ in Silber erhielt. Das neue Programm war rechtzeitig fertig - wieder alles eigene Lieder - und wurde in Rudolstadt aufgeführt. "Ein Hauch von Hütte" hieß es in Anlehnung an das erste Lied "Frühling in Unterwellenborn" und es erfüllte auch alle Erwartungen, obwohl eine starke Bindung zum vorangegangenen Programm noch zu erkennen war. Vielleicht zehn Prozent mehr inhaltliche Arbeit hätten zu einem noch besseren Ergebnis geführt, aber auch so war es ein starkes Programm. Aber der Maxhütten- klub war nicht der Einzige, der mit einem guten Programm angereist war. Auch der Klub des Jugendklubhauses Rudolstadt bot ein thematisches Programm. "Geschichten um Lissy" hieß es und erzählte vom Alltag einer Arbeiterin aus dem CFK Schwarza. Die Kultursekretärin der FDJ-BL, Christa Exner, hatte den Rudol- städter Klub für die Teilnahme an der 9. Werkstattwoche in Cottbus favorisiert - aber bei diesem gab es schwere klubinterne Probleme, die die Teilnahme nicht möglich machte. Ein Teil des Klubs war nämlich daran, sich vom Rest zu trennen. Somit stand die Maxhütte wieder als WW-Teilnehmer zur Diskussion. Aber auch da gab es Pro- bleme. Nicht solche, die in der Truppe begründet waren, sondern objektive. die Freistellungen einiger Mitglieder von ihrer Arbeit war für die Zeit der Werkstatt- woche einfach nicht zu realiseren. In Cottbus waren deshalb von beiden Klubs nur Beobachter dabei - der Maxhüttenklub hatte Thomas Fleischer dazu auserkoren…
Schaumgebremst im Orbit geht auch mal …
Ein Beitrag in der „Jungen Welt“ und ein Liedblatt mit der „Susi“, der LWH-Nachtfensterballade, in der damaligen Szene-Zeit- schrift „SINGE“
Fotos vom 5. März in Gera (Bemerkenswert: Specki als „Volksredner“ am Haus der BL / Auf dem letzten Bild sind Rüdiger Hopfe, natürlich Specki, Andreas Werner und Udo Knabner zu sehen (v.l.n.r.)
Vom 1.-5. Juni nahm der Klub dann im Rahmen der kulturellen Betreuung am X.Parlament der FDJ in Berlin teil und hatte dabei auch einen Fernsehauftritt im alten Friedrichstadtpalast, wo er das "Bierlied" sang. Nach der Sommerpause kamen neue Mitglieder in den Klub : Reinhard Hofmann, der vom SK des Jugendklubhauses Rudolstadt zu uns wechselte und der "geistige Vater" des Lissy-Programms war. Für den Klub auf alle Fälle ein Gewinn, da jetzt ein zweiter Texter da war, der außerdem singen und Gitarre spielen konnte. Er brachte zudem Ingrid Sperl mit, eine Sängerin. Sigrid Menzel brachte ihren Bruder Thomas mit. Aus dem Rechenzentrum der Maxhütte kam Gudrun Siegel, die in der SU Mathematik studiert und im Singeklub in Odessa schon Erfahrungen gsammelt hatte. Aus Könitz kam Birgit Pfeiffer zum Klub. Mit Reinhards und Gudruns Eintritt in den Klub wurden die inhaltlichen Diskussionen intensiver als zuvor geführt. Das war gut, denn 1977 sollte wieder ein neues Programm entstehen und zur Werkstattwoche wollte der Klub auch wieder präsent sein
1977 Am 1. Februar wechselte Migo aus der Dampfversorgung in das Kulturhaus und wurde Leiter des Jugendzentrums. Für den Klub ein absoluter Vorteil, denn nun waren Organisationsfragen mit dem Kulturhaus kein Problem mehr. Gleichzeitig war er Mitglied der Grundorganisationsleitung der FDJ. Zunächst einmal gab es, wie jedes Jahr, einen Auftritt zur Betriebsdelegierten konferenz der FDJ. Vom 7. bis 15. März absolvierte der Singeklub dann im Auftrag der Kulturabteilung des Generalauftragnehmers "Drushba-Trasse" eine einwöchige Tournee an die Trasse. Bar, Gaisin, Talnoje, Schpola, Tscherkassy und Krementschuk (alles in der Ukraine) waren die Stationen des ersten richtigen "Auslandseinsatzes". Udo Knabner, Udo Klinger, Migo und Thomas Fleischer hatten sich auch immer wieder ein wenig an Tanzmusik versucht und gaben nach den Auftritten an der Trasse zum großen Spass und Vergnügen der Bauarbeiter auch ein paar Tanzeinlagen zum Besten. Wieder zurückgekehrt ging es an die Vorbereitung des neuen Programms. Das neue Programm trug deutlich die Handschrift von reinhard Hofmann. Wir stellten es in Jena zur Bezirkswerkstatt vor. Diese war, bedingt durch den Wechsel im Sekretariat der Bezirksleitung der FDJ - abstelle von Christa Exner war jetzt Jochen Zaumsegel Kultursekretär - eine reichlich chaotische Veranstaltung. Der Klub überzeugte mit seinem Programm und erhielt erwar- tungsgemäß auch die Delegierung zur Werkstattwoche nach Merseburg.
Zwei Fotos von der Delegierten- konferenz - der Rest: Trasse…
Vielleicht lag es daran, daß sich der Klub zu sehr auf die Verarbeitung von Inhalten konzentrierte und das interne Klubleben vernachlässigte, daß zur Werkstattwoche in Merseburg keine homogene Truppe auftrat. Einerseits agierten Musiker, die sich bemühten, andereseits standen Sänger auf der Bühne, die zu den Musikern ein deutlich distanziertes Verhältnis hatten. So sahen es zumindest das Publikum und die zentrale Beratergrupe beim Zentralrat der FDJ. Dieser gehörte seit Merseburg auch Migo an, der zudem seit Mai auch Leiter der Bezirksberatergruppe war. Das Programm wurde im Resümee der Werkstattwoche lobend erwähnt, vor allem der Teil, der sich mit der Sowjetunion befasste. Besondere Anerkennung fand Reinhard Hofmanns "Trassenlied" - ein Ergebnis der Fahrt im März. Im Mai hatte der Klub übrigens auch am Treffen der Freundschaft zwischen der Jugend der DDR und der VR Polen in Frankfurt/O. teilgenommen. Es gibt einen Film darüber. Er ist mit einer sowjetischen Kamera aufgenommen, die nicht gerade zu den Spitzene- rzeugnissen der Kinotechnik gehörte. Ihr könnt ihn hier sehen……. In Auswertung der Werkstattwoche und zur Ankurbelung des Klublebens einerseits und zur größeren Öffentlichkeitswirksamkeit des Klubs andererseits wurde im September 1977 dann im Kulturhaus die erste öffentliche "SINGE" organisiert. Zusammen mit Helfern des Jugendklubs gab es im Jugendzimmer eine Mischung aus Singeveranstaltung, zu der auch Gäste anderer Klubs ein- geladen wurden, Disko und intelligenter "Unterhaltung". Die erste"SINGE" war zwar noch klein und die Gäste waren fast alle geladen, aber schon bald sprach sie sich herum und wurde zu einer Institution. Spätestens nachdem die Gruppe "MTS" im Frühjahr 1978 aufgetreten war, hatte die "SINGE" immer ein volles Haus. Nicht unerwähnt sollen auch Mitglieder sein, die 1977 in den Klub kamen: Helmut Müller-Steinfahrt und Olaf Kämmer...
Wenn auch der Klub in Cottbus zur Werkstattwoche nicht dabei gewesen war, so war er doch dort zumindest in einem Werkblatt präsent. Zum Jahresende gab es dann noch eine Auszeichnung : Der Klub wurde zum ersten Mal „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ und erhielt diese Auszeichnung auf einer Veranstaltung im Bürgerhaus Kaulsdorf, wo entsprechend kräftig gefeiert wurde.
Drei Urkunden aus Jena, Reinhards „Trassenlied in einem Werkblatt aus Merseburg und ein Artikel über den Klub in der Jugendzeitschrift „Neues Leben“ - Dokumente aus dem Jahr 1977
Der völlig sinnfreie Film aus Frankfurt/O.