SINGEKLUB MAXHÜTTE UNTERWELLENBORN
Die ständige Internet - Plattform - Geschichte und Aktuelles
Das Jahr 1975
Zurück zur Startseite Zu den Jahren 1976 - 1977
Durchstart mit Boosterantrieb
Im Klub wurde bereits seit November / Dezember '74 über eine eigenes Programm diskutiert. Migo hatte einen eigenen Text geschrieben. Thema : Bau der Gasleitung , weitere Lieder entstanden und bereits im Februar zur Betriebsdelegiertenkonferenz der FDJ konnten die ersten zwei eigenen Lieder vorgestellt werden. Migo schrieb weitere, Uwe Gutzeit vertonte sie und gemeinsam mit Udo Klinger und Udo Neumann wurden sie arrangiert. Mit jeder Probe wuchs das neue Repertoire. Anfang Mai hatte das Programm "Rote Hüttenlieder" dann Premiere im Auditorium des Kulturhauses. 9 Lieder, davon viereinhalb eigene, im Klubentstandene. Dazu gab es eine eigene, von Migo entworfene und in der Betriebsdruckerei in einer 200er Auflage gedruckte, Programmzeitung. Zur Premiere war auch der Kultursekretär der FDJ-Kreisleitung, Jürgen „Piko“ Wenig und ein Verteter der FDJ- Bezirksleitung anwesend. Beide erhielten natürlich auch ein Exemplar der Programmzeitung. Dazu kamen noch einige, wenige Auftritte, bei denen die neuen Lieder aufgeführt wurden und schon bald machte die Nachricht, dass der Singeklub der Maxhütte ein neues Programm erarbeitet hatte, das ganz anders war als alles, was man bisher von ihm kannte. Zudem hatte Migo als Mitglied der Bezirksberatergruppe auch in der Bezirkleitung schon hohe Erwartungen geschürt. Nun konnte es also zur Bezirkswerkstatt nach Jena gehen…
Aber es gab Probleme: Das Erste war, daß Udo Neumann, der bereits vor der Werkstatt zur Armee eingezogen war, durch Migo am Bass ersetzt werden mußte. Das war kurzfristig möglich, aber keine Lösung. Das Zweite: Bereits seit der Klub mit "Technik" arbeitete, war es notwendig geworden, Leute zu finden, die diese bedienten. Migo schrieb einen Aushang im Kulturpalast und kurz darauf meldeten sich Interes- sierte. Peter Seidel war einer von ihnen. Schüler an der POS U'born war er und hatte Thomas Fleischer mit- gebracht, der ebenfalls Techniker sein wollte. Dazu kamen Andreas Werner und Hans Möbius aus Könitz. Nun mußte niemand mehr wärend des Auftritts am Verstärker rumschrauben, wenn ein Mikrofon nachgeregelt oder vom Tonband Etwas eingespielt werden musste. Bei einem Auftritt in Gera kurz vor der Bezirkswerkstatt wurde die Kultursekretärin der FDJ-Bezirksleitung, Christel Exner, von einem anderen Sekretär gefragt, ob es in diesem Jahr wieder so ein Kuddelmuddel bei der Delegierung eines Klubs aus dem Bezirk zur Werkstattwoche geben würde wie im Vorjahr. Christa Exner antwortete, mit einem vielsagenden Blick zum Klub „Nee, diesmal ist alles schon klar…“.
Ein Artikel des Singeklubs in der Betriebs- zeitung „Unsere Hütte“
Foto von der Premiere im April
Das Programmheft
Nun mußten für Magdeburg neue, teilweise schon geschriebene Lieder, einstudiert werden und die vorhandenen bedurften einer musikalischen Überarbeitung, denn die Begleitung war doch recht hausbacken. Für Letzeres hieß die Lösung Claus Helmke, Musiker aus Jena,der uns über die FDJ-Bezirksleitung vermittelt wurde. Er war sowohl fähig, vor allem aber Willens genug, die Herausforderung anzunehmen, aus Laien Musikanten zu machen... zumindest bessere als vorher. Die Frage, wer künftig Bass spielen sollte, ergab sich auf andere Weise. Thomas Fleischer hatte Ambitionen geäußert, lieber Musiker als Techniker zu sein - und so wurde er umgehend zum Bassisten erklärt. Das war die Initial- zündung für seinen späteren erfolgreichen musikalischen Werdegang. Ob es dazu ohne den Klub je gekommen wäre…? Wie auch immer - Nach Halle gab es dann Proben mit Claus Helmke in Unterwellenborn und eine Intensiv-Wochenend- probe im Juli in einer Jugendherberge bei Greiz. Zwei neue Mitglieder waren nach der Bezirkswerkstatt ausserdem noch in den Klub gekommen : Jürgen und Elke Rupprecht, die zuvor im Klub des Lehrerbildungsinstitutes Krossen gesungen hatten. Migo hatte neben der Probenarbeit die Versorgung übernommen und kochte das Essen. Die Abgeschiedenheit des Ortes, das Zusammensein des Klubs ohne äussere Einflüsse und das konsequente Proben unter Klaus Helmkes Führung, unterstützt durch Rolf Wegässer vom Saalfelder Kreiskabinett für Kulturarbeit sorgten dafür, dass dieses Wochenende erfolgreich für die Vorbereitung auf die Werkstattwoche in Magdeburg war. Den August über wurde so gut wie nicht geprobt, denn es war Ferien- und Urlaubszeit, aber ab der ersten September- woche gingen die Proben weiter. Zeitweise nicht nur einmal in der Woche, sondern auch zwei- oder dreimal und auch an den Wochenenden. Magdeburg war zu wichtig geworden, als dass man mit halben Sachen dort auftreten wollte und Klaus Helmke besaß die Fähigkeit, seinen Ehrgeiz, Qualität auf die Bühne zu bringen, auf uns zu übertragen. Für eines der neuen Lieder im Programm, eine Moritat über Vater und Sohn, malte Migo riesige, farbige Bildtafeln und überarbei- tete das alte Programmheft, das in 300er Auflage gedruckt wurde. Ihr könnt es hier in der Bildergalerie im unzensierten Original betrachten, denn in der Magdeburg-Version war das Interview mit dem Stahlwerker herausgenommen worden.
Vom 9. - 11. Mai fanden in Jena die 9. Bezirkswerkstatt-Tage statt und der Klub erntete mit seinem Programm nicht nur den erwarteten Beifall, sondern auch Anerkennung in Form der Delegierung zur Werk-stattwoche nach Magdeburg. Es gab auch Urkunden - sogar eine der FDJ-Kreisleitung, die uns vor einem Jahr noch abgeschrieben hatte… Bereits Ende Januar hatte der Klub schon durch Christa Exner (als Botin) die Einladung des Zentral- rates überbracht, das Kulturprogramm des III. Festivals der Freundschaft zwischen der Jugend der DDR und der Sowjetunion im Juni in Halle mitzugestalten. Das erste Mal mußte der Klub nicht in Zehnergruppen durch die Stadt trampeln, sondern sollte auftreten und ansonsten frei haben! Der Klub genoß es weidlich - und bei einem Auftritt auf dem Klement-Gottwald-Boulevard waren sogar Manfred Krug und Günter Fischer Zuhörer, die kurz danach auftraten. Sie fanden die Truppe als "gar nicht mal so schlecht". Vor allem Krug war sehr angetan, da er sich an seine Stahlwerker- Zeit erinnerte, wie er uns dann im Künstler-Verpflegungszentrum erklärte.
Die Urkunden-Sammlung als Ergebnis der Bezirkswerkstatt…
Bilder aus Halle und noch eine Urkunde…
Bilder vom Wochenendlehrgang in der Greizer Jugendherberge und das Programmheft
Am 19. Oktober fuhr der Klub nach Magdeburg, am 20. war der Auftritt vor der Singe-Elite des Landes. 9 komplett eigene Lieder und alle kamen an. Das Programm passte voll in die Zeit, wie durch die Bera- tergruppe eingeschätzt wurde. Gelobt wurde vor allem der Witz und Humor im Programm. Ob das Kinderlied, die LWH-Nachtfensterballade oder die Moritat von Wilhelm und Wilfried - alles was mit der Maxhütte zu tun hatte, kam gut an. Die Idee, sich mit dem zu befassen, was vor der Haustür lag, hatte Früchte getragen und wurde letztlich auch mit einem Diplom der 8. Werkstattwoche gewürdigt. Der Singeklub der Maxhütte war der erste... und auch einzige Klub des Bezirkes, der das geschafft hatte (und später sogar nocheinmal wiederholte). Im Klub steckte genug Potenzial, für weitere Erfolge.... Zwei Ehrenurkunden und ein Diplom der Werkstattwoche für einen Klub, auf den vor Jahresfrist in der Kreisleitung keiner mehr einen Pfifferling setzen wollte. Das alles bedeutete jedoch auch, daß jetzt nicht nachgelassen werden durfte. Neue Lieder mußten geschrieben und komponiert werden und ein neues Programm sollte entstehen. Migo war in seiner Abteilung Dampfversorgung in den Schichtdienst gewechselt - und da gab es lange Nachtschichten in der einsamen Ölstation. Zum Texte - Schreiben eine gradezu perfekte Situation…