SINGEKLUB MAXHÜTTE UNTERWELLENBORN
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Das Jahr 1974
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Ein holpriger Start, Palastrevolution und Neubeginn
1974 Der Klub hatte einige neue Mitstreiter bekommen. Angelika Kämmer, Annerose Sielaff, Monika Munzert,um nur einige zu nennen. Gesungen wurden die Lieder, die in allen Klubs gesungen wurden. Gesangliche Verstärkung gab es durch einige Soldaten des Grenz- Patenregimentes “STAHL” der Maxhütte, die mit Eifer bei der Sache waren, weil sie so etwas Freiheit von ihrem recht öden Dienstalltag an der Grenze hatten und sichdementsprechend gut in den Klub einbrachten. Das Jahr begann zunächst mit einem Auftritt zur Betriebs-Delegiertenkonferenz der Maxhütten-FDJ am 25. Januar 1974. Auch der 6. Geburtstag des Klubs sollte mit ausländischen Gästen gefeiert werden - aber alles kam ganz anders. Anfang Februar wollten Hartmut, Migo und Hilde, ein weiteres Klubmitglied, an die Jugendhochschule fahren, aber auf der Autobahn baute der Fahrer durch Übermüdung und Unübersichtlichkeit der Lage an einem Stauende einen Unfall, Migo bekam für 2 Monate das Bein in Gips, Hartmut hatte sich das Jochbein gebrochen und wurde in ein Potsdamer Krankenhaus eingeliefert. Aus dem Geburtstag wurde nichts.
Die Bezirkswerkstatt in Gera war 1974 ein kompletter Reinfall - kein Klub brachte ein wirklich überzeugendes Programm auf die Bühne. Als "Verlegenheitslösung" wurde schließlich der Singeklub Wickersdorf zur zentralen Werkstattwoche delegiert. Von der FDJ-Kreisleitung gab es für den Maxhüttenklub Häme und dumme Sprüche. Aber die Wende war in Sicht... Mit Heidi Müller, Renate Niedner und Sigrid Wenzel waren wieder neue Mitglieder in den Klub gekommen. Migo, von seinem Gipsbein befreit und voller Groll über die miese Stimmung im Klub, bereitete eine Palastrevolution vor. Der bisherige Leiter, dessen vollmundige Versprechungen bezüglich Klubleben und überhaupt und so weiter sich eben nur als bloßes Gerede herausgestellt hatten,wurde abgesetzt. Bernd Roth, Migo und Jürgen Gumpert übernahmen als Leitungstriumvirat die Sache wieder selbst. Als erste "kollektivbildende Maßnahme" wurde im Juni eine Wochenendfete in einem Maxhütten-Bungalow am Stausee durchgeführt, von der auch zahlreiche Fotos existieren. Drei Tage später war Migo wieder für 4 Wochen wegen einer Operation außer Gefecht gesetzt, aber in dieser Zeit nahm er alle Rundfunkberichte von der Werkstattwoche auf Tonband auf. Was da neu war, hieß "DDR - konkret" und bedeutete nichts weiter, als daß man sich das Ziel gesetzt hatte, nicht mehr allgemeine Liedlein zu singen, sondern Lieder über das zu machen, was der eigene Alltag in der DDR war. Naja...zumindest über alles, was "erlaubt" war.
Entscheidend für die Rückkehr zu einer intensiven künstlerischen und inhaltlichen Arbeit im Klub in dieser Phase war die Rückkehr von Uwe Gutzeit in den Klub. Dieser hatte sein Studium an der TH Ilmenau nach einer „Offiziersbeleidigung im ZV-Lager“ geschmissen, arbeitete nun im Volkshaus in Schwarza und war interessiert, im Klub mitzuarbeiten. Zur gleichen Zeit kamen Udo Neumann und Udo Klinger in den Klub, die Gitarre und Schlagzeug spielen konnten. Als erstes Lied schrieb Migo das „Krementschug-Lied“ über die Erdgasleitung „Drushba-Trasse“, das von Uwe vertont wurde. Durch das Kulturhaus war nach kurzen Querelen mit dem Kulturhausleiter und einer Aussprache beim zuständigen Fachdirektor auch etwas an Technik aufgetrieben worden. Die FDJ-Leitung unterstützte den Klub bei der Anschaffung weiterer Technik in Form von Verstärkern, Mikrofonen, E-Gitarre und E-Bass. Ab November 1974 wurde mit dieser Technik bereits geprobt, auch wenn Migo noch einmal 6 Wochen krankheitsbedingt nur zeitweise teilnehmen konnte. Aber die Einbindung von Rockinstrumentarium und der Gestaltungswille der neuen Mitglieder machte Hoffnung auf einen guten Neubeginn im Klub.
Bratkollektiv zur Fete am Stausee im Juni 1974
Annerose Sielaff und Renate Niedner
Siegrid Menzel und Heidi MüllerHeidi
Uwe Gutzeit, Udo Klinger und Udo Neumann (v.l.n.r.)
Specki kriegt den Kopf gewaschen…
Endlich Essen…