SINGEKLUB MAXHÜTTE UNTERWELLENBORN
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Die Jahre 1972 - 1973
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Vom Gipfel zum Start in den Sinkflug
1972 begann mit ziemlich chaotischen Vorbereitungen auf den 4. Singeklubgeburtstag. Migo hatte bei der Leitung des internationalen Lehrgangs an der Jugendhochschule angefragt, ob einige der ausländischen Studenten, die sich künstlerisch betätigten, als Delegation am Singeklubgeburtstag teilnehmen könnten und dafür grünes Licht bekommen. Also wurde eine Truppe zusammengestellt und der Klub in Unter- wellenborn freute sich schon auf seine Gäste, die die Veranstaltung bestimmt aufwerten würden. Aber in der FDJ-Leitung der Maxhütte nahm man die ganze Sache ziemlich lasch - bis Peter Deistler, der gerade auf Urlaub aus Moskau in Unterwellenborn war, sich der Sache annahm, der verschlafenen FDJ-Leitung gehörig Beine machte und die Organisation des Geburtstages zum Laufen brachte. Am 10. März kam dann Migo mit einem Bus voller Ausländer an und Tags darauf fand eine tolle Geburtstagsparty im Theatersaal statt.
Nach Beendigung seines Studiums an der Jugendhochschule kam Migo im August zurück und nahm seine Tätigkeit als Kultursekretär in der FDJ-Kreisleitung wieder auf. Für den Klub insofern gut, weil es ein Jahr Spannungen zwischen Klub und Kreisleitung gegeben hatte. Dort war man der Ansicht gewesen, den Maxhüttenklub könne man einsetzen, wo man wolle - m Klub war man da aber völlig anderer Meinung… Nachdem im Frühjahr bereits die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten an die DDR vergeben worden waren, bereitete sich auch der Klub auf dieses große Ereignis vor. Die künstlerische Qualität der Gruppe war zu dieser Zeit sehr hoch. Inhaltlich befasste man sich viel mit internationalem Liedgut und setzte verstärkt auf den Einsatz von Rock-Elementen, die die Gruppe um Wolfgang Fiedler beisteuerte. Im November gleichen Jahres heiratete Migo dann seine Monika, die er an der Jugendhochschule kennengelernt hatte…
1973 Mitte Januar fuhren Bernd und Migo an die Jugendhochschule, um wieder Gäste zum 5. Singeklubgeburtstag einzuladen. Diesmal kamen sie aus dem Kongo, Chile, Indien und Finnland und natürlich wurde das Programm wieder ein großer Erfolg in einem fast vollen Theatersaal.
Im April wurde Migo aufgrund der Tatsache, daß er sich in seiner Tätigkeit in der Kreisleitung im wesentlichen nur um die Singebewegung gekümmert hatte sowie ihm unterstellter politischer Unzuverlässigkeit (!!!) aus dem Sekretariat geschmissen und nahm eine Tätigkeit als Schlosser in der Dampfversorgung der Maxhütte auf. Eine günstige Wendung, wie sich später zeigen sollte. Neue Mitglieder waren in den Klub gekommen. Unter ihnen Reinhard Heinz, Lutz Kreher, Marika Hartlapp, Monika Munzert und Sonja Bernd. Auch Monika Schulze, die schon bald den Nachnamen Roth tragen sollte... Kurz nach Migos Rauswurf nahm der Klub an einer Fahrt nach Berlin teil, die der Vorbereitung der Weltfestspiele im Gastgeberbezirk für die Teilnehmer aus dem Kreis Saalfeld, dem Bezirk Berlin-Lichtenberg, dienen sollte. Es kam dabei schon zu spürbaren Spannungen zwischen dem Klub und dem 1. Kreissekretär der FDJ, die noch jahrelang anhalten sollten...
Vom 12. - 13. Mai fanden die Bezirkswerkstattage der Singeklubs in Gera statt. Migo wurde dabei zum neuen Mitglied der Beratergruppe berufen. Das Programm, mit dem sich der Klub vorstellte, war, wie es später in der Einschätzung hieß, "sehr lateinamerika-lastig" und bekam viel inhaltliche Kritik. Damit hätte man leben können... wollte aber nicht. Und so kam es zum Bruch in der Gruppe. Wolfgang Fiedler hatte schon seit längerem keine rechte Lust mehr auf den Klub. Das lag zum einen daran, daß er die ständigen Verpflichtungen aufgrund beruflicher Veränderungen nicht mehr wahrnehmen, zum anderen aber vor allem daran, daß er sich im Klub musikalisch nicht mehr weiterentwickeln konnte. Wer wollte es ihm verdenken, daß er den Klub verließ. Mit ihm gingen auch Harald Rimpler und zwei, drei andere. Im Hinblick auf die Teilnahme an den Weltfestspielen war der Verlust des "besten Mannes" und der anderen noch zu verkraften, denn hier ging es ohnehin nur um das Absingen von "Stimmungsliedern", aber es kam dann die Zeit nach den Weltfestspielen - und da zeigte sich, wie schwer der Verlust wog.
Nach der Sommerpause begann eine sehr lustlose Zeit im Klub. Weder inhaltlich noch künstlerisch gab es Vorstellungen, wohin es gehen sollte. Das Klubleben fiel fast auf den Nullpunkt und nur einige wenige Auftritte hielten den Klub noch aufrecht. Hinzu kam, daß Migo für vier Wochen ausfiel, weil er sich um seine Tochter kümmern mußte. Seine Frau, die mit dem 2. Kind schwanger war, weilte zu einer Kur in Pößneck. Anfang September verliessen dann wieder einige Mitglieder den Klub, die anderswo eine Lehre oder Studium begannen. Dafür kamen natürlich auch ein paar neue Mitglieder hinzu. Ende November mußte Migo dann wieder für 4 Wochen zu Hause bleiben, denn das 2. Kind wollte zwar auf die Welt kommen, aber die Ärzte sahen das anders und so mußte Monika die ganze Zeit bis über Weihnachten im Krankenhaus bleiben. Eine mehr als unbefriedigende Situa- tion für den Klub, der kaum noch probte, auch wenn es eine ständige Verbindung zu Migo gab. Schliesslich wollte man eine Veränderung in der Klubleitung herbeiführen und setzte Migo kurzerhand ab und an seine Stelle trat Hartmut Gleichmann, der im Herbst in den Klub eingetreten war. Von ihm erhoffte man sich neue Impulse für die weitere Arbeit.
Bilder von der Fahrt nach Berlin - Lichtenberg Mitte April 1973
Einige Fotos von der Teilnahme des Singeklubs Maxhütte an den X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Berlin Ende Juli 1973