SINGEKLUB MAXHÜTTE UNTERWELLENBORN
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Die Jahre 1971 - 1972
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Mit Volldampf voraus…
Diese Koop-Gruppe, wie sie sich inoffiziell nannte, arbeitete nun gemeinsam an einem Lenin-Programm, das aus Migo’s “Lenin-Poem”, einer Sammlung verschiedener Gedicht-Versuche, und verschiedenen Liedern bestand. Von diesem Programm ist allerdings kein einziger schriftlicher Beleg erhalten geblieben - vielleicht auch ganz gut so… Aufgeführt wurde das Programm zu den Bezirkswerkstatt-Tagen, die in diesem Jahr in Unterwellenborn stattfanden. Zur IV. Werkstattwoche der Singeklubs in Brandenburg nahm kein Klub aus dem Bezirk Gera teil (warum auch immer…) aber Migo war als Beobachter dort. Der Singeklub der Maxhütte nahm dafür aber am Kultur- und Sportfest des Kombinates in Eisenhüttenstadt teil und errang dort den ersten Platz, was bedeutete, daß Unterwellenborn 1971 Ausrichter des Kombinatsfestes sein würde. Im September, nach dem Lehrbeginn, verließen uns natürlich auch einige der "alten" Mitglieder, weil sie woanders eine Lehre begannen - es traten allerdings auch wieder einige neue ein.
1970 - Hundert Jahre zuvor war Lenin, der russische Revolutionsführer, geboren worden - für die DDR Anlaß zu einer allumfassenden Lenin-Kampagne, von der die Singebewegung natürlich auch nicht verschont wurde. Ärgerlich begann 1971 allerdings für Migo, der im Februar aus dem Lehrlingswohnheim in den Ausbildungs- betrieb wechseln mußte und fortan als Lehrausbilder arbeitete. Ein 19jähriger Heimerzieher und 17…18jährige weibliche Lehrlinge, von denen einige auch Mitglied im Singeklub waren - das konnte nicht gut gehen. Nichtdestrotrotz ging die Arbeit im Singeklub zu dieser Zeit recht gut voran… Anfang Februar führte der Klub einen Wochenendlehrgang zusammen mit der FDJ-Leitung der Maxhütte in der Jugendherberge Neidenberga durch und vom Rat des Kreises gab es wieder einmal eine Urkunde und eine kleine Prämie für geleistete Arbeit beim Aufbau des Sozialismus… Der Klub hatte auch gesangliche Verstärkung durch eine besondere Form der Zusammenarbeit bekommen, denn Migo, Bernd Roth und Frank Müller hatten eine Verbindung zum Singeklub der Spezial-Oberschule Wickersdorf aufgebaut und mit diesem eine Kooperationsgemeinschaft gegründet…
Wochenendschu- lung in Neidenberga
Eine von vielen Urkunden…
Singen mit der Witwe des Widerstandkämpfers Conrad Blenkle zur FDJ-Betriebsdelegiertenkonferenz
Der Klub bei der Aufführung seines Lenin-Programms zu den Unterwellenborner Werkstattagen - Bild vom Abschlussprogramm
Besuch einer bulgarischen Jugenddelegatio in der Maxhütte und Verabschiedungstänze bei einer polnischen Delegation…
Fete im Jugendzimmer mit der FDJ-Leitung der Maxhütte
Specki, Elke und Marion
Im zweiten Halbjahr 1970 begannen sich im Klub festere Strukturen herauszubilden - Bernd Roth, Migo und Horst Wieske leiteten den Klub organisatorisch und politisch in Zusammenarbeit mit der FDJ-Leitung der Maxhütte. Künstlerischer Leiter war Frank Müller. Die wichtigsten musikalischen Talente waren jedoch Wolfgang Fiedler und Bernd Möbius. Zusammen mit Harald Rimpler und Herbert Müller gründeten sie eine Band mit wechselnden Namen. Ihre Beschäftigung mit der Rockmusik hatte positive Auswirkungen auf den Klub, der davon profitierte und gegen- über anderen Klubs deutlich künstlerisch gestiegenes Profil zeigen konnte. Im September erhielt der Klub von der FDJ-Bezirksleitung den Auftrag, zu den Werkstatt-Tagen des Bezirkes 1971 ein Programm zum Thema "Internationales Arbeiterlied" zu erarbeiten. Diese Aufgabe fördete ein intensives Befas- sen mit internationalen Liedern im Klub, es wurden Diskussionen angesetzt und das Klubleben intensiviert. Neben zahlreichen Auftritten bereitete sich der Klub aber auch auf seinen dritten Geburtstag im Februar 1971 vor. Fotos aus dieser Zeit gibt es seltsamerweise keine - dafür aber sind schriftliche Dokumente erhalten geblieben, die die Arbeit im Klub zu dieser Zeit anschaulich machen…
1971 begann zunächst mit der Betriebsdelegiertenkonferenz der FDJ, bei der der Club eine neue Konzertgitarre geschenkt bekam.
Einschneidende Ereignisse gab es nach der Sommerpause. Der Klub war inzwischen ein gut gefestigtes Kollektiv mit einem aktiven Klubleben. Gesanglich und musikalisch sowie in seiner künstlerischen Aussage war ein erster Höhepunkt erreicht. In dieser Situation verließ Frank Müller den Klub, weil er zur NVA eingezogen wurde. Migo war für ein Jahr zu einem Studium an die Jugendhochschule der FDJ nach Berlin gewechselt, aber regelmäßig besuchsweise anwesend. Peter Deistler, der sichseitens der FDJ-Leitung intensiv um den Klub gekümmert und ihn unterstützt hatte, war ebenfalls ein Jahr nicht da, weil er in Moskau an der Komsomolhochschule studierte und damit nicht mehr zur Verfügung stand. Damit verschlechterte sich allerdings die Zusammenarbeit mit der FDJ-Leitung der Maxhütte und deren Unterstützung ließ spürbar nach. Trotzdem behielt der Klub sein hohes Niveau bei und seine Auftritte waren regelmäßig von viel Beifall begleitet. Im Klub wurde viel über künstlerische und politische Themen diskutiert. Impulse dazu kamen auch vom Lyrikzirkel des Kulturhauses, der von Dr. Ewin Kratschmer geleitet wurde. Einige Mitglieder des Klubs waren im Jugendklub des Kulturbundes aktiv und so kamen aus dieser Richtung Impulse für die künstlerische Weiterentwicklung des Klubs. Wolfgang Fiedlers Band entwickelte sich ebenfalls gut und somit versprach 1972 ein höchst interessantes Jahr zu werden...
Neue Mitglieder waren in den Klub gekommen. Uwe Gutzeit (ehemals Singeklub der WEMA), Gerhard Liebscher aus Unterwellenborn, Margret Poschner aus der BBS - um nur einige zu nennen. Und verstärkt wurde der Klub durch Karl-Heinz Steiner, Mitarbeiter im Sozialwesen der Maxhütte, der über Peter Deistler zum Klub kam. Er sang zwar nicht mit, kümmerte sich aber um Organisatorisches und sorgte im Auftrag der FDJ-Leitung für die Einhaltung der vorgegebenen politisch-ideologischen Linientreue. Am 13. Februar wurde dann der 3. Geburtstag mit einem großen Programm im Theatersaal gefeiert. Die Gruppe um Wolfgang Fiedler führte dabei unter anderem auch den Titel "Wer die Rose ehrt" von der Gruppe RENFT auf. Von dieser Veranstaltung gibt es auch eine (leider sehr, sehr schlechte) Tonaufzeichnung. Der Kulturhaustechniker saß stockbesoffen im Tonstudio und spielte wahllos an den Reglern herum. Am 1. März verließ Migo die Maxhütte und arbeitete als Sekretär für Kultur/Sport/Touristik in der FDJ-Kreisleitung Saalfeld. Weitere Höhepunkte im ersten Halbjahr waren dann die Auftritte zum 25. Jahrestag der FDJ und der SED. Anfang Mai fuhr Migo zur Aufnahmeprüfung an die Jugendhochschule nach Berlin und bestand diese. Ab 1. Septzember würde er dann dem Klub für ein Jahr nicht zur Verfügung stehen. Zur Bezirkswerkstatt in Jena eine Woche später führte der Klub sein "Arbeiter- und Jugendliederprogramm international" auf und wurde zur V. zentralen Werkstattwoche nach Berlin delegiert. Das Programm kam dort sehr gut an und erhielt viel Lob.
Einige Dokumente zeigen, wie der Klub seinen 3. Geburtstag vorbereitete…
Einige Bilder vom 3. Singeklubgeburtstag - Auf dem letzten Foto : Jochen Lesching warals Gast aus Berlin gekommen, daneben Peter Deistler und Karl-Heinz Steiner, dahinter Werkdirektor Siegfried Fleischhauer
Auch die Volkswacht berichtete…
Feier zum 25. Jahrestag der Gründung der FDJ…
…und der SED zur Festveranstaltung
Brief der FDJ-Kreisleitung
Im Oktober trat der Klub auch in der Berliner “Diestel” auf